Wasserkirche

Die Geschichte der Wasserkirche


Die Wasserkirche ist eine evangelisch-reformierte Kirche am rechten Ufer der Limmat in der Zürcher Altstadt.

Im Jahre 1581 wurde die Wasserkirche durch zwei eingefügte Böden in drei Stockwerke unterteilt. Der unterste Boden diente als Markthalle; auf den beiden oberen Böden konnten die Kaufleute Lagerabteile mieten.“ (Schneider/Nievergelt, Wasserkirche und Helmhaus, 1988)

Einst auf einer Insel mitten in der Stadt gelegen, wurde die Wasserkirche ursprünglich in Gedenken an das Martyrium der Zürcher Stadtheiligen errichtet. An wichtigen Verbindungswegen gelegen, später in das säkulare Gebäude des Helmhauses integriert und fast versteckt, ist die Wasserkirche von jeher Kreuzungspunkt und Schnittstelle zwischen weltlichen und geistlichen Bedürfnissen.

Die Wasserkirche nach der Reformation

Bürgerbibliothek und Kunstkammer nach dem Galerieeinbau von 1717

Nach der Reformation beherbergte die Wasserkirche fast 300 Jahre die Bürgerbibliothek der Stadt Zürich. Aus dieser ging eine sogenannte Wunderkammer, eines der ersten Museen Europas, hervor: Im ursprünglich sakralen Raum wurden Artefakte und Naturwunder gesammelt und präsentiert. Diese ausgestellten Mirabilia aus Natur und Kultur konnten hier von einem breiten Publikum bestaunt und erforscht werden. Menschen begegneten Objekten, befassten sich mit Phänomenen und Kunstfertigkeiten, und tauschten ihre Beobachtungen mit weiteren Interessierten aus. (Bild: Bürgerbibliothek und Kunstkammer nach dem Galerieeinbau von 1717, Kupferstich von Johann Melchior Füssli)

Die Wasserkirche im 19. Jahrhundert

Ende der 1930er Jahre beschloss die Stadt Zürich, den Raum wieder als Kirche zu nutzen. Seit 1942 ist die Reformierte Kirche von der Stadt mit der Aufgabe betraut, diesen für Zürich einmaligen, historischen und spirituellen Ort zu bewahren und für alle Menschen zugänglich zu halten.

Weitere Informationen zur Geschichte der Wasserkirche finden Sie auf Wikipedia unter "Wasserkirche".

Die Wasserkirche heute

Für 2020/21 wird der Gedanke des Marktplatzes und der Plattform wieder aufgegriffen und die Wasserkirche als Labor für kulturelle, soziale und sozialpolitische Inhalte mit unterschiedlichen Partnern belebt. Ausserdem kann sie nach wie vor für Fremdveranstaltungen gemietet werden. Für weitere Informationen zur Vermietung der Wasserkirche kontaktieren Sie bitte das zentrale Vermietungsbüro des Kirchenkreis eins.

Sehenswert 

Archäologische Krypta mit dem Märtyrerstein sowie drei Chorfenster von Augusto Giacometti (1942), in der Mitte das Leben Jesu Christi, umrahmt von Fenstern mit typischen Lebensstationen eines Mannes im Zeitgeist des 2. Weltkrieges, ausgeführt vom St. Galler Glasmaler Ludwig Jaeger.

Der Schweizerischer Kunstführer - herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte - ist in der Wasserkirche erhältlich.

Weiterführende Links → Archäologie der Stadt Zürich

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